Jugend reist um die Welt

Samstag, 10. August 2019

 6. Woche 2019

Freitag

Der Tag begann mit unserer verbitterten Mission die Kamera, die scheinbar seit einem Tag auf dem Zeltplatz spurlos verschwunden galt, zu finden. Unsere erste Spur war die Aussage Michaels, dass die Kamera zuletzt für die Fotos der Betreuer verwendet wurde; von Lisa. Als wir diese dann nach langer Suche auffanden, stellte sich heraus, dass wir damit hätten rechnen sollen, dass diesem Zeltplatz drei Lisas heimisch sind. Verdammt.

Die zweite Lisa konnte uns aber auch nicht helfen und führte uns auf eine weitere falsche Fährte. Nachdem wir das Problem für 2 Stunden vergessen hatten, wartete die Kamera dann aber zum Glück an ihrem gewohnten Platz. Seltsam.

Der Tag hatte auch weitere, wenn auch nicht so überragende, Höhepunkte, zum Beispiel der Besuch des Hessischen Ministers für Soziales und Integration, Kai Klose. Immerhin gab es Eis 

Anders als sonst ist dieses Jahr die Generalprobe am Samstag, weshalb heute noch einmal mehr Zeit mit Proben im Workshop verbracht wurde. Die Vorbereitung lief in Hochtouren. Zum Mittag gab es Reste. Das Abendessen war mal wieder erste (auch vegane) Sahne. Das Küchenteam und Aushilfen haben vegetarisch, vegan und karnistisch (Fleisch halt) zum Motto Australien eine riesige Variation an Salaten und Gegrilltem zubereitet. Ob Pizzabrot, Tortillasalat, Würstchen oder gefüllte Pilze, es war für alle etwas – viel mehr als überzeugendes - dabei. Der Küche wurde lautstark im polyphonen Kanon ein Trullala gehalten. Die Fähigkeit des Küchenteams, gutes veganes Essen an die Leute zu bringen, ist überragend.

Heute Abend wurde der Zeltplatz aufgrund eines Cholerafalls Gewitters evakuiert. Alle Teilnehmer, Betreuer und Workshopleiter stapelten sich im Forsthaus. Es waren noch einige Pommes über, die uns den Aufenthalt entspannter gestaltet haben. Dazu kamen noch Sportteile und Fernsehprogramme des Darmstädter Echos vom September 2014. Jason Segel hat übrigens an einer Liebeskomödie mitgeschrieben, an der er selbst als Sandwichmacher teilgenommen hat. Außerdem hat unser Lesewettbewerbsgewinner Henri im Artikel zur Handballmannschaft von Nieder-Roden, einen Rechtschreibfehler entdeckt.

Nach der Entwarnung wurden wir erst alle ins Zirkuszelt und dann direkt die Unter-16-Jährigen schlafen geschickt.

P.S. Kai Klose hat mit seiner Fotografin den Zirkus kennengelernt und wurde von Michael und unseren drei Clowns begleitet. Als Dank, dass wir ihn willkommen geheißen haben, wurden jedem von uns zwei Kugeln bei Thildas Eis spendiert.

P.P.S Wir freuen uns darauf, Sie und euch alle morgen bei unserer Show um 19:30 zu begrüßen.

 

Donnerstag

Wir wollten uns nochmal herzlich bedanken, denn dank den lieben Eltern haben wir unsere Kuchennot bewältigt. Es sind keine weiteren Kuchen mehr nötig. Doch es gibt ein neues Problem. Wir bräuchten noch helfende Hände beim Abbau am Sonntag um 10 Uhr.

Das Tagesmotto heute hatte mit unseren Gästen, aus dem 700km entfernten Brescia zu tun. Italien. Die Italiener wurden heute in ein besonderes Licht gestellt, denn es wurde erst alles auf Italienisch erzählt und dann in die deutsche Sprache übersetzt. Trotz einer langen Diskussion zwischen den Italienern und Cristiana, die eigentlich nur daraus bestand, dass die Jugendlichen ein „poppigeres“ Lied wollten (Volare, Andiamo a Commandare, etc.) aber sich nicht entscheiden konnten. Naja dann wurde es halt ein Lied, bei dem die Wenigsten wirklich begeistert waren.

Ich wusste auch gar nicht, dass Gucci soooo bekannt für Italien ist. Ok so ganz genau stimmt das auch nicht, denn die Betreuer hatten ja teure Dattcci-Shirts.Mit weiteren italienischen Klassikern, wie spaghetti al pomodoro und als Nachtisch leckeres Tiramisú  wurden die skeptischen Italiener doch relativ gut befriedigt. In der Workshopzeit haben die Workshops angefangen ihre Kostüme, sowie Requisiten zusammen zu suchen und weiter zu proben. Und sogar ein Teil des großen Finales wurde gezeigt und geprobt.

Kleiner Hinweis Las Ketchup. Das heutige Abendprogramm war ein nicht ganz klassisches Speed-Dating. Alle Jugendlichen bekamen einen Zettel auf dem ein Gemüt stand. Diese Art mussten sie vertreten und somit ihre Gleichgesinnten treffen. Von Hungrigen über Schüchternen bis zu den Lästerschwestern war alles dabei. Um den Abend ausklingen zu lassen, saßen alle noch gemütlich am Lagerfeuer, redeten miteinander und hörten einen Tagebucheintrag von Cristiana.

 

Mittwoch

Heute waren wir alle „American Idiot“s und „surfing in the USA“, denn das Thema waren die Vereinigten Staaten. Zusätzlich zum allgemeinen Italienisch, dass nicht mehr wegzudenken ist, sprachen die Betreuer heute Englisch.

Der spektakulärste Programmpunkt war das Abendprogramm, für welches die Betreuer sich noch einmal mehr Mühe gegeben hatten, als für Montag. Mit schicker Kleidung erhielt jeder Teilnehmer 100 Euro Startkapital, um sich an den zahllosen Spieltischen eine goldene Nase zu verdienen. Oder, um sein kleines Vermögen ganz schnell wieder zu verlieren… Zwischen 400 Datto-Dollar Verlust und 2000 Gewinn war fast alles mit dabei. Selbst an der Bar mit Kiba und Sanfter Engel konnte man mal mehr mal weniger bezahlen.

Tiroler Roulette, Roulette, Black Jack und Würfeln hatten zwar einen gewissen Reiz, doch wer den wahren Nervenkitzel suchte, versuchte sein Glück bei der Bank oder gar bei dem zwielichtigen Typen, die beide gegen gewisse Mutproben Datto-Dollar bereitstellten. Der kasinoeigene Polizist Michael versuchte den ganzen Abend verzweifelt herauszufinden, wer da eigentlich versucht der Bank in ihrem Geschäft das Monopol zu nehmen. Mit den gewonnenen Dollars konnten die Teilnehmer Preise ersteigern.

Kevin und Alberto dürfen zum Beispiel für sage und schreibe 1500 Datto-Dollar Gernot das Abendessen servieren. Na hoffentlich gibt es morgen keine Suppe. Heute gab es jedenfalls Hamburger – alles andere wäre auch einfach nicht richtig gewesen. Die fleißigen Kulissen- und Requisiten-Bastler stürzten sich hungrig über sie, denn die Kuchenpause war noch magerer ausgefallen als gestern.

Langsam wird die Situation kritisch, denn bald überschreiten wir die Grenze an der nicht mehr jeder ein Stück kriegt. Dann wird unser nächster Ausflug wohl zu apokalyptischen Zuständen anstatt in ferne Länder führen.

 

Dienstag

Das heutige Motto war tatsächlich nicht Phantasialand. Jetzt bezweifle ich auch, ob morgen Lummerland dran ist. Schottland war für heute auch kein schlechtes Thema, denn es gab immerhin kein Haggis. Stattdessen servierte die Küche zum Abendessen Pellkartoffeln und zum Mittagessen wieder Brot.

Eine weitere Besonderheit war die allgemeine Karo-Kleidung, wobei besonders hervorzuheben ist, dass sich ein tapferer Mann getraut hat in einen Rock zu steigen. Zum typischen Schottland-Wetter sah man dann allerdings nur noch Regenjacken und Gummistiefel. Der Jingle war natürlich: Dudelsack-Gedudel. Dabei handelte es sich um relativ berühmte Lieder, die mit dem Dudelsack nachgespielt worden waren. Das hat man aber auch erst nach dem dritten Mal anhören erkannt.

Für das Volleyball-Turnier, welches die Teilnehmer mit 2 zu 0 locker gewannen, hatten wir Glück in der Mittagspause, doch das Abendprogramm viel wortwörtlich ins Wasser. Wir werden wohl nie erfahren, was bei der „Schottland Sport Olympiade“ angestanden hätte. Die Unwetterwarnung hat uns den Tag aber nicht verdorben. Durch das Kuchenspendendefizit wären wir wahrscheinlich alle zu geschwächt gewesen, um die sportlichen Anforderungen der Schottland Olympiade zu bestehen.

 

Montag

Ich würde ja chronologisch vorgehen, aber über die erste Stunde des Datto-Tages kann ich persönlich erstmal nichts berichten, da ich selbst natürlich zu spät war.                             Die meisten Eltern sind wahrscheinlich eh selbst anwesend gewesen und alle anderen würde das auch nicht interessieren.

Deswegen beginne ich einfach mit dem Tagesmotto und damit verbundenen Besonderheiten. Diese Jugendwoche steht jeden Tag unter dem Motto eines anderen Landes. Das heutige Land ließ sich erahnen an den Lederhosen beim Empfang. Könnte es Bayern sein? Naja, aber das ist doch kein eigenes Land. Mit der Offenbarung des Jingles war die Frage dann auch geklärt, denn der Jingle wechselt täglich und passt immer zum Thema. Heute heißt er „König von Deutschland“ - Bayern war also nah dran.

Verbunden mit dem Tagesmotto gibt es nach der Workshop-Wahl ein deutsches Mittagessen. Brot zum selber belegen mit diversen Möglichkeiten. Dabei kam das Fleisch alles andere als zu kurz, wobei dieses Jahr vor allem Vegetarier angemeldet sind. Auf warmes Essen muss später noch ewig gewartet werden, weil Philipp sich zu viel Mühe mit den zum Thema passenden, veganen Semmelknödeln gemacht hatte.

Neben dem Essen gibt es auch passende Musik. In der geht es aber eher um das 17. Bundesland Mallorca - naja – vielleicht sollte auch einfach nur der Text auf Deutsch sein und keiner wollte Schlager hören. Um alles noch einmal zu toppen, folgt ein kreatives und innovatives Abendprogramm, welches zwar „Wetten, dass…“ heißt, aber eher einer Typische-Dattospiele-Compilation ähnelt. In 8 Teams mussten jongliert, pantomimisch dargestellt und Tomaten gefangen werden. Das gewonnene Beachvolleyballturnier der Betreuer gegen Gruppe 1 steht morgen an.

Damit gebe ich weiter an das Tagebuchteam des zweiten Tages, denen spannende Fragen bevorstehen, wie: -Ist der Jingle morgen einprägsamer? -Wer gewinnt das Beachvolleyballturnier? -Was ist das morgige Thema, war das mit dem Phantasialand ein Witz?  

– von Lisa, Annika, Jonas

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