Offene Stellungnahme BDKJ Vorstand - JPBZ

Donnerstag, 27. August 2026

Folgende Stellungnahme hat der BDKJ Darmstadt zum Jugendpastorales Zentrum in Darmstadt (JPBZ) in dieser Woche veröffentlicht und die Bistumsleitung, Pastoralraumkonferenz Darmstadt-Mitte und die Jugendverbände des BDKJ Darmstadt verschickt:

"Offene Stellungnahme zum Projekt Jugendpastorales Zentrum in Darmstadt

Sehr geehrter Herr Bischof Kohlgraf, sehr geehrter Herr Generalvikar Lang, sehr geehrte Dezernentenkonferenz, liebe Mitglieder*innen der Pastoralraumkonferenz und Mitgliedsgruppen des BDKJ Darmstadt,

hinter uns liegen viele Jahre intensiver Arbeit am Projekt eines Jugendpastoralen Begegnungs-Zentrums (JPBZ) für Darmstadt. An diesem Prozess waren verschiedene Parteien beteiligt, die wir durch dieses Schreiben über den aktuellen Stand informieren möchten. Ermutigt wurden wir zu diesem Projekt durch ein Schreiben des Bistums, in dem im Pastoralen Weg eine Option für die Jugend angekündigt wurde und hier konkret ein Jugendpastorales Zentrum für jede Region geschaffen werden sollte. Dies sollte eine zentrale Aufgabe der Katholischen Jugendbüros (KJB) werden, wozu sie personell vom Bistum ausgestattet wurden.

Als BDKJ Darmstadt sind wir mit großer Begeisterung und im Vertrauen auf die Ankündigungen des Pastoralen Weges gestartet. Wir haben in der 1. und 2. Phase des Pastoralen Weges gemeinsam mit vielen ehrenamtlichen Jugendlichen und den Mitglieder*innen des Pastoralraums St. Lucia ein tragfähiges Konzept entwickelt und einen Standort identifiziert, der für die Zukunft der Kirche in unserer Stadt geeignet wäre. Wir schätzen es dabei sehr, dass der Austausch mit Generalvikar Lang, in vielen Momenten von echtem Bemühen und einer zugewandten Atmosphäre geprägt war.

Gerade vor diesem Hintergrund fällt es uns schwer, die aktuelle Entwicklung einzuordnen. Während in Broschüren und Pressemitteilungen die Bedeutung der Jugendpastoralen Zentren als innovative Orte der Kirchenentwicklung betont wird, fehlen uns vor Ort nun die notwendigen personellen und finanziellen Ressourcen und die strukturelle Unterstützung des Bistums. Als gewählter Vorstand des BDKJ Darmstadt sehen wir es als unsere Aufgabe, die Interessen der Jugendlichen konsequent zu vertreten. Es ist für uns nur schwer nachvollziehbar, warum Mittel weiterhin in bestehende Verwaltungsstrukturen fließen, durch die nur wenige junge Menschen erreicht werden, während mutige, von Jugendlichen entwickelte und lokal verankerte Projekte wie das JPBZ keine echte Perspektive erhalten.

Unsere Arbeit lebt vom Engagement junger Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. In Darmstadt haben wir dieses Engagement über Jahre gebündelt und einen Prozess moderiert, der von einer breiten Mehrheit im Pastoralraum getragen wird. Mit der Pfarrei St. Lucia steht zudem ein Partner bereit, der uns nicht nur Räume kostenlos zur Verfügung stellt, sondern auch eine halbe Stelle in das Projekt einbringen möchte. Wir als BDKJ erreichen mit unseren Maßnahmen jährlich tausende Kinder und Jugendliche in Darmstadt und der Region Südhessen und leisten damit einen massiven Beitrag zur Sichtbarkeit der Kirche in der Stadtgesellschaft und Region. Dennoch stehen wir nun vor dem Problem, dass die vom Bistum in Aussicht gestellten Mittel und Stellenanteile für einen professionellen Betrieb des geplanten Zentrums schlichtweg nicht ausreichen.

Die Angebote des Bistums, wie die Umwidmung von Sachmitteln oder die Einbringung von halben Stellenanteilen aus dem BJA, schätzen wir ausdrücklich als Zeichen des guten Willens. Dennoch lässt sich ein Jugendpastorales Zentrum nicht allein auf der Basis von Teilzeit-Abordnungen und befristeten Sachkostenzuschüssen nachhaltig führen. Das für die vier Jugendpastoralen Zentren nie ein eigener Finanzierungstopf existierte, erschüttert unser Vertrauen in die strategische Planung des Bistums massiv.

Wir als junge Menschen, die sich jede Woche für diese Kirche einsetzen, fragen uns, was die Versprechen des Bistums wert sind, wenn sie an der Realität der Finanzierung scheitern. Jugendarbeit braucht mehr als nur guten Willen, sie braucht verlässliche Räume und eine klare Priorisierung, wenn Jugend in unserer Kirche einen Platz haben soll. Wenn diese Anlaufstellen für junge Menschen nicht verwirklicht werden, verliert die Kirche in der Stadt ihre Sichtbarkeit bei der nächsten Generation. Das steht in einem harten Widerspruch zu den Zielen, die das Bistum für die Kirchenentwicklung selbst formuliert hat.

Besonders kritisch bewerten wir den aktuellen Kommunikationsstil der Bistumsleitung. Wir haben den bisherigen Weg als einen Prozess verstanden, der auf Kooperation und Dialog setzt. Die jetzige Entscheidung wurde uns jedoch sehr absolut und ohne Raum für konstruktive Gegenvorschläge vermittelt. Wir sind weiterhin bereit, unseren Teil beizutragen, aber wir erwarten eine Bistumsleitung, die mutig vorangeht und Verantwortung für die Jugendpastoralen Zentren übernimmt, die sie selbst als notwendig für die Zukunft der Kirche erklärt hat.

Wir würden uns freuen, wenn sie nochmals prüfen könnten, ob die notwendigen Mittel und Ressourcen zur Verfügung gestellt werden könnten. Wir haben weiterhin großes Interesse die Option für die Jugend in Darmstadt lebendig werden zu lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Der BDKJ-Vorstand Darmstadt"